Nachtblumen I Rezension

31. August 2017

Zur Geschichte

Jana hatte keine schöne Kindheit und ist stark davon gezeichnet, sowohl seelisch als auch körperlich. Aus diesem Grund lässt sie niemanden an sich heran und ist sehr schüchtern. Als sie bei einem Bewerbungsgespräch, den sympathischen Herrn Völkner kennen lernt und er ihr einen Ausbildungsplatz anbietet, ist sie hin und her gerissen. Einerseits hat sie so eine Chance gesucht, andererseits müsste sie in Sylt ganz von vorne beginnen. Doch ihr Therapeut findet, dass ein Neuanfang für sie gut ist und daraufhin beschließt sie es, mit klopfendem Herzen zu versuchen.

In Sylt angekommen, lernt sie ihre neue Therapeutin Dr. Flick kennen und merkt sofort, dass diese anders ist, als alle anderen Therapeuten die sie bisher hatte. Sie bringt Jana in ihr neues Zuhause für die nächsten 3 Jahre. Familie Völkner hat ein Wohnprojekt ins Leben gerufen, das Jugendlichen eine Chance bietet, eine Ausbildung und ein familiäres Umfeld zu bekommen, welches sie sonst nicht hätten. Bisher sind 4 andere Jugendliche in dieser Wohngruppe und sie kann es immer noch nicht glauben, dass sie ab jetzt dazu gehören wird.

Ihr fällt es nicht leicht, sich zu integrieren und deshalb verbringt sie viel Zeit in ihrem Zimmer. Die Schule und der neue Lernstoff überfordern sie und auch die Nettigkeiten der Familie Völkner, sind noch nicht durch ihre Selbstzweifel durchgedrungen. Doch bald beginnt ihre Therapie anzuschlagen und auch Collin, ihr Zimmernachbar, taut in ihrer Gegenwart ein bisschen auf. Sie fragt sich, was mit ihm geschehen ist und warum er sich von anderen Menschen abschirmt.

Nachtblumen
Zu zart und zerbrechlich für das grelle Sonnenlicht
Immer umgeben von einer ganz eigenen, traurigen Melodie
Sie sind die bezauberndsten Blumen von allen
Doch sie blühen, wenn alles schläft
Und niemand kann sie jemals sehen

S. 233

Meine Meinung

Das Cover von „Nachtblumen“ hat mir total gefallen, es ist in schlichten weiß mit blauen Blumen gehalten und die Schrift ist hervorgehoben. Wenn ich es nicht über eine Leserunde bekommen hätte, hätte ich es mir früher oder später sowieso gekauft.

Carina Bartsch hat mit „Nachtblumen“ einen wirklich schönen, aber auch etwas ruhigeren Roman gezaubert, den ich nicht aus der Hand legen konnte. Am Besten hat mir die sympathische und etwas zerstreute Dr. Flick gefallen. Sie war so herzlich und einfühlsam, dass ich mich auch sehr gerne mit ihr unterhalten und Kuchen essen gegangen wäre. Ihre Liebe für Süßigkeiten kann wohl jeder sehr gut nachempfinden. In Jana konnte ich mich auch sehr gut rein versetzen, sie hat was sie erlebt hat, sehr aus der Bahn geworfen und in eine neue Situation zu kommen ist nicht leicht. Genauso anderen Menschen zu vertrauen, wenn man mit sich selbst hadert ist schwer. Herrn und Frau Völkner würde ich sehr gerne kennen lernen, sie sind wirklich sehr liebenswert und so ein tolles Projekt ins Leben zu rufen, nach so einen harten Schicksalsschlag, ist sehr bewundernswert.

Ich finde „Nachtblumen“ ist ein sehr schönes Buch, dass einige Schicksalsschläge bereit hält. Eine etwas andere Liebesgeschichte, zwischen zwei Menschen, deren Leben nicht ganz so optimal gelaufen ist. Aber trotz alle dem, sehr viel Spaß gemacht hat zu lesen, mit sehr sympathischen Charakteren. Wer jugendliche Romantik und liebevolle Charaktere mag, sollte dieses Buch unbedingt lesen.

Vielleicht ist es manchmal gut, dass man nicht weiß, wie etwas ausgeht,
weil es sonst niemals bunt werden könnte.

S. 21

Bildquelle(n): Amazon

No Comments

Kommentar verfassen

%d Bloggern gefällt das: